Es befinden sich keine Artikel im Warenkorb
Musiker*innen im Interview: Waldkauz

Musiker*innen im Interview: Waldkauz

der Kessel #2: die Anderen

  • Die Band Waldkauz
    lesbar: Lesezeit: 4 Min.

    Der Waldkauz ist ein sehr mystischer Vogel. Sein Schrei ‚Kiwitt!’ wurde im Mittelalter als ‚Komm mit!’ verstanden, was auch der Titel der ersten CD der Band Waldkauz ist. Sie wollen ihre Fans in den Wald mitnehmen, die Tore zur Anderswelt aufstoßen und mit den Elfen ein Fest feiern.

    Die Hildesheimer Band „Waldkauz“ entführt dich in eine zauberhafte Welt aus zarten Flötenklängen, wilden Trommeln und feenhaftem Gesang. Sie stößt die Tore zur Anderswelt auf und du findest dich mitten im tiefen Wald bei einem Elfenfest wieder.

    Es musizieren fünf sympathische Menschen, die hörbar mit Herzblut dabei sind. Waldkauz besteht aus Niklas, Peter, Nina, Lennart und Gina. Wenn sie auch eine junge Band sind, sind sie doch schon jetzt eine ziemlich professionelle Truppe. Trotz ihrer Professionalität, die sie in ihrer musikalischen Arbeit an den Tag legen, geht jeder von ihnen noch einem „bürgerlichen“ Beruf oder Studium nach.
    Lennart und Gina sind miteinander verheiratet, Peter ist Ginas Bruder. Nina und Niklas kommen aus dem Großraum Hannover und studieren in Hildesheim. Tatsächlich haben sich die beiden „Hälften“ erst in Holland bei einem Pagan-Folk-Festival kennengelernt und daraufhin die Gruppe „Waldkauz“ gegründet, welche sich dieser musikalischen Richtung hingibt.

    Inspiriert wurde die Gruppe von Bands wie Faun und Omnia, Nina wurde in ihrer musikalischen Entwicklung von Clannad und Loreena McKennitt beeinflusst. allerdings bewahren sie sich ihren eigenen Stil.

    Inzwischen ist aus Waldkauz mehr geworden als nur das Projekt, als das es gestartet hat: Es ist eine seit 2013 zusammengewachsene, professionelle Band, was man der Musik auch anhört. Für die Mitglieder selbst ist die Band wie eine Familie, aber sie haben auch noch ihre eigenen Leben außerhalb des Bandgeschehens. Ihre Stücke schreiben sie selbst, es werden Ideen eingebracht und im Plenum ausgearbeitet. Ein Stück „mal eben schnell zusammenhauen“ geht auch, aber dann schlägt der Perfektionismus durch und sie schleifen noch lange daran herum.

    Auf die Frage, ob sie historische Instrumente verwenden, stellen sie fest, dass die mangelnde Bühnentauglichkeit wirklich alter Instrumente problematisch ist. Niklas bemerkt augenzwinkernd, dass die Djembe auch ein historisches Instrument sei. Ginas Drehleier ist ein Nachbau aus dem 17. Jahrhundert.

    Die fünf Musiker treten in folgender Besetzung auf: Niklas singt und spielt die Irish Bouzouki. Nina singt ebenfalls, spielt diverse Flöten und Rhythmusinstrumente. Ihr Lieblingsstück aus dem Waldkauz-Repertoire ist „Heiden unserer Zeit“. Lennart spielt akustische Gitarre, Irish Bouzouki, Davul und Ashiko. Alles Gitarrenartige hat es ihm angetan, Trommeln müssen für ihn groß sein und viel Luft bewegen. Gina singt, spielt Harfe, Drehleier und Doppelflöte. Sie liebt Bordun-Töne, da diese den Stücken noch mehr Tiefe verleihen. Ihr Lieblingslied ist „Ostara“. Peter spielt Djembe, Ashiko, Kesselpauken und andere Perkussions-Instrumente sowie Altblockflöte. Schlagwerk, weil er es kann, Flöte, weil er es möchte. Sein Lieblingsstück ist „Im Winde“.

    Auf die Frage, woher der Name der Band kommt, lautet Ginas spannende Antwort: „Der Waldkauz ist ein sehr mystischer Vogel. Sein Schrei ‚Kiwitt!’ wurde im Mittelalter als ‚Komm mit!’ verstanden, was auch auch der Titel der ersten CD ist. Das entspricht unserer Absicht, die Zuhörer mitzunehmen in unsere Lebensart, in den Wald, die Natur und die Anderswelt.“

    Waldkauz ist eine pagane Band, deren Mitglieder ihre Spiritualität auf ganz verschiedene Art leben, aber der Naturglaube fließt deutlich in ihre Musik ein. Laut Nina ist die Musik eine gute Methode, das mit dem heidnischen Glauben verbundene Lebensgefühl zu vermitteln. Diese Atmosphäre bildet den Inhalt ihrer Lieder. Sie beschreiben, wie man den eigenen Weg findet und beschreitet. Die durchaus unterschiedlichen Blickrichtungen verbinden sie in ihrer gemeinsamen Verehrung der Natur.

    Hierzu sagt Gina: „Es ist sehr unterschiedlich, jeder schaut da etwas anders drauf, ich persönlich lebe den Naturglauben als religiöse Ausrichtung.“ Sie geht also ihren Weg sehr persönlich, aber die Jahreskreisfeste feiert die Gruppe auf jeden Fall zusammen. Niklas betont hierzu, dass alle die Natur verehren, sie zum Gegenstand ihres Glaubens machen. Ginas und Ninas erste pagane Erfahrungen kommen aus dem Wicca/Hexentum, bzw. der Magie. Gina verbindet Magie und Natur mit dem Alltagsleben, kleine alltägliche Rituale machen den Glauben lebendig.

    Für Niklas sind die modernen paganen Richtungen Neuschöpfungen, die keine Historie aufweisen. Ihm geht es vordringlich um den Gedanken der beseelten Natur, den Animismus, was auch auf den Bildern ihrer Homepage gut rüberkommt. „Ostara“ bezieht sich beispielsweise auf das Lichtfest und soll die Stimmung dieses Festes vermitteln. Im Gegensatz dazu ist „Cernunnos“ thematisch konkret dem Gott gewidmet. So werden viele verschiedene heidnische Themen in ihren Liedern aufgegriffen. Für Gina sind „Gaia“ und „Cernunnos“ eine Zusammenfassung des Animismus und beschreiben umfassend ihr Lebensgefühl und ihre Verbindung zur Natur.

    Am liebsten treten sie da auf, wo die Leute Lust auf Musik haben. Auf Mittelaltermärkten ist die Musik eher schmückendes Beiwerk, daher sind größere Musikveranstaltungen aus künstlerischer Sicht für sie am ergiebigsten.

    Nach ihren tiefgreifendsten musikalischen Erfahrungen gefragt, erzählt Niklas, es waren die ersten Erlebnisse bei Faun-Konzerten, die ihn dazu bewegt haben, selbst Musik zu machen. Vorher hatte er hauptsächlich Metal gehört.

    Fragt man nach den bewegendsten Erfahrungen bei eigenen Auftritten, so erinnert sich Waldkauz an das MPS in Bückeburg. Das Publikum begann zu tanzen und es gesellten sich immer mehr Menschen hinzu. So verschmolz das Konzert zu einer großen Gemeinschaft aus Musikern und Zuhörern. Ihr Traum-Auftritt wäre auf DEM Pagan-Folk-Festival überhaupt, dem Castle-Fest im südholländischen Lisse.

    2016 sind sie für 8 Auftritte beim MPS gebucht und sie werden am Samstag zu Ostara zusammen mit Reliquia auf der Bühne stehen. Auf ihrer Webseite findet der Interessierte alle Konzerttermine aufgelistet.

    Links

    Waldkauz YouTube-Kanal

    Waldkauz - Heiden unserer Zeit (unplugged)

    Artikel bewerten
    (0 Stimmen)
    Gelesen 724 mal
    Letzte Änderung: 06. Okt 16
    Ydalir Ullrsson

    Martin Hallerbach MSc alias Ydalir Ullrsson (im allgemeinen einfach Ydalir) hat die Ausbildung zum Geistheiler bei Jürgen Bongardt im Institut für spirituelle Heilkunst in Rheinbach durchlaufen.
    Seine große Liebe zur Natur, das Verständnis von der Verbundenheit mit ihr und allen Wesen, sowie seine spezielle Form der Spiritualität fließen in Ydalirs Seminare und persönlichen Begleitungen mit ein.
    Seit 2002 erforscht er die Runen, 2003 entdeckte er das Bogenschießen für sich. Es bedeutet Meditation, Selbstversenkung und körperliche, sowie seelische Entspannung für ihn.
    Anfang 2015 gründete Ydalir Das Seminarzentrum Terra Silva aus dem Gedanken heraus, hier einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich begegnen können. Um hier Neues zu lernen, sich austauschen oder einfach nur die Seele baumeln lassen.
    Sein Beruf als Technischer Redakteur bringt ihn auch der journalistischen Arbeit nahe.

    Webseite: https://www.facebook.com/ydalir.ullrsson

    Das Neueste von Ydalir Ullrsson

    Musik: Das Pagan Piper Project – Panta Rhei  Musiker*innen im Interview: Waldtraene 

    Ähnliche Artikel

    Ritual: Heilige Flamme und Opfermahl
    An manchen Orten in der Natur fühlt man sich auf…
    Künstlerinnen im Interview: Artedea
    Artedea ist Persönlichkeitstrainerin, Organisatorin, Feministin und Künstlerin. Ziel ihrer Göttinnenkunst…
    Die dunkle Seite des Druidentums
    Sind die Druiden von heute wirklich so freundlich und strahlend…
    Lass uns fließen – und eine CD gewinnen!
    In Kessel #3 haben wir die Band Pagan Piper Project…
    Gewinnspiel: Es ruft der Waldkauz
    Wir haben ein neues Gewinnspiel für euch: Bereits in der…
  • Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

    Artikelsuche

    Werde Abonnent*in!

    • Mit Deinem Abonnement ermöglichst Du den Fortbestand dieses freien und unabhängigen Zeitschriftenprojekts!
    • Alle unsere Abonnements geben Dir die Möglichkeit, diesen Artikel in voller Länge zu lesen!
    • Abonnements gibt es in unterschiedlichen Laufzeiten!
    • In Zukunft alle Services kostenlos nutzen!

    • Grüß Göttin! Autoaufkleber Grüß Göttin! Autoaufkleber
      Die Göttin bestimmt Deine Wege? Lass es den Menschen im Auto hinter Dir wissen!
      €5,10
      Menge:

      Produktoptionen

    Gratis Leseproben

    • Die dunkle Seite des Druidentums Die dunkle Seite des Druidentums
      Geschrieben von am: 16. Feb. 17 in der Kessel - Extrablatt
      Sind die Druiden von heute wirklich so freundlich und strahlend wie man es sich wünscht? Ihre Vorbilder von damals fochten wilde Schlachten auf Leben und Tod. Heute stehen die Druiden für Umweltschutz und Kunst. John Beckett wirft einen Blick auf die dunkle Seite Druidentums.
    • Waldgeheimnisse - April: Im Duft der Traubenkirsche Waldgeheimnisse - April: Im Duft der Traubenkirsche
      Geschrieben von am: 20. Apr. 17 in der Kessel - Extrablatt
      Eine imaginäre Reise durch den frühlingshaften Wald im April. Im Duft der Traubenkirsche schwelgen und den Neubeginn des Lebens feiern. Darf ich dich in meine Welt entführen? Vom Naschen am Waldboden bis hin zur rechtlichen Frage des durch die Wälder Streifens abseits von Wegen.
    • Warum der Wald verzaubert ist Warum der Wald verzaubert ist
      Geschrieben von am: 04. Dez. 15 in der Kessel #1: Naturverehrung
      Manchmal, wenn man den Ruf aus unsichtbaren Welten zu oft überhört hat, scheint man sich verlieren zu müssen, um sich wieder zu finden. Und erfahrungsgemäß eignet sich ein Waldspaziergang besonders gut dafür: Dort, wo die Grenzen zwischen Ich-Bewusstsein und Naturerleben verschwimmen, kann Magie wieder unverhofft zu neuem Leben erweckt werden. Ein persönlicher Bericht über den Ruf des Bussards, die Erinnerungen…
    • Nackt auf dem Bahnhofsklo Nackt auf dem Bahnhofsklo
      Geschrieben von am: 21. Apr. 16 in der Kessel #2: die Anderen
      Athame, Pentakel, Schattenbuch und Zauberstab. Hexen und andere Magiepraktizierende können einen Koffer mit ihren Utensilien füllen. Geht es auch ohne sie? Die Fortgeschrittenen in der Magie bestehen darauf, dass sich alles auch nackt auf dem Bahnhofsklo verwirklichen lassen muss. Ob das wirklich so einfach ist, hat die Autorin persönlich erforscht.