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Musik: Das Pagan Piper Project – Panta Rhei

Musik: Das Pagan Piper Project – Panta Rhei

der Kessel #3: Dornen

  • Pagan Piper Project
    lesbar: Lesezeit: 3 Min.

    Herb Sinus und Ydalir im Gespräch über das Pagan Piper Project und das Fließen und Wechseln der Zeit im Sinne der antiken griechischen Philosophie.

    Diesmal stellen wir euch die Band Pagan Piper Project aus Wien mit dem Song Panta Rhei
    aus ihrem in Kürze erscheinenden zweiten Album „Phoenix“ vor.
    Herbert Pfeifer, seit 10 Jahren als Herb Sinus musikalisch hauptsächlich im Mainstream-Pop/Rock unterwegs, ist der Kopf der Band. Vor drei Jahren hat er das „Pagan Piper Project“ ins Leben gerufen. Die erste CD, „The turn of the wheel“, wurde mit vielen Musikern als Ergebnis eines offenen Musikgruppenprojekts verwirklicht.

    Der Name Pagan Piper Project beruht darauf, dass die zentralen Instrumente Flöten sind, nimmt aber auch einen augenzwinkernden Bezug auf Herbs Nachnamen Pfeifer. War die erste CD noch so konzipiert, dass zahlreiche Musiker daran mitwirkten, entwickelte sich die Band in der Folge zu einem Kern aus vier Mitgliedern. Herb beschreibt ihre Musik als Mischung aus Folk, Rock und World Music.

    Zum Pagan Piper Project gehören Herb (Texte, Musik, Gesang, Gitarre), Eva (Texte, Musik,
    Gitarre, Harfe und Flöte), Kristina (Akkordeon, Percussion) und Sergej (Cajon). Da Sergej Veganer ist, spielt er keine Djemben, weil diese mit Tierhaut bezogen sind.

    „Seit unserem ersten Album hat es eine sehr starke Entwicklung gegeben. Einige Musiker sind
    gegangen, andere dazugekommen. Eva ist sicher unser wichtigster Neuzugang“, erklärt Herb. „Sie schreibt sehr schöne Nummern, und unsere Stimmen harmonieren extrem gut. Daher setzen wir in den neuen Songs oft auf zweistimmigen Gesang, vor allem beim Refrain. Meine Rauheit und ihre Sanftheit ergeben dann manchmal so etwas wie „die Schöne und das Biest“, stimmlich gesehen.“

    Das Pagan Piper Project versteht sich nicht als „Projekt von Heiden für Heiden“, sondern will allen Menschen von den heidnischen Mysterien erzählen – allerdings ohne Missionierungsgedanken. Alle Songtexte sind auf Englisch verfasst, werden jedoch bei Liveauftritten teilweise in deutscher Übersetzung vorgetragen. Herb und Eva erarbeiteten die meisten Songs der neuen CD und sorgten für die musikalische wie auch die soziale neue Harmonie der Band. Generell wirken aber alle vier Musiker bei der endgültigen Komposition mit. Dies trifft insbesondere auf ihren derzeitigen Lieblingssong Panta Rhei zu.

    Der Begriff Panta Rhei (= alles fließt) fasst eine der berühmtesten Äußerungen des griechischen Philosophen Heraklit, die besagt: „Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und sind es nicht.“ Heraklits antike kosmologische Theorie findet Entsprechungen in allen Kulturen und Religionen, von Indien bis zum Sufismus und sogar dem Christentum. Dem großen Thema der steten Veränderung widmet sich die Gruppe in ihrem neuen Song. Während sich der „Fluss der Dinge“ in der Anfangsphase im Kommen und Gehen der unterschiedlichen Musiker manifestierte, ist es nun eher ein innerer Fluss des Schaffens: Die Musik fließt.

    Wie lässt sich nun der Liedtext interpretieren?

    Panta Rhei

    My life right now is kind of hard
    So many things I always took for granted
    are falling apart
    A sadness lingers, surrounding me
    Fighting a wave of self­pity, fighting and searching
    Where's the key?
    I asked to the wise men for help ­ here's what they'd say: Panta Rhei

    So sehr man sich auch festklammert, die Dinge entstehen und vergehen. Wer die Weisen fragt, warum nichts bleibt, wie es ist, erhält die Antwort: „Alles fließt“.

    Eine alte Sufi-Geschichte erzählt von einem König, der unter starken Stimmungsschwankungen litt. Alles war ihm zu viel, Fröhlichkeit wie Traurigkeit. Seine weisen Berater gaben ihm daraufhin einen Ring mit einer Botschaft, die er erst dann lesen sollte, wenn er sich vollkommen am Ende wähnte und ihm alles verloren schien. Schon bald kam der König in diese Situation, denn sein Land wurde überfallen und er musste fliehen. Als er – den Tod als letzten Ausweg sehend – auf einer Klippe stand, las er die Botschaft. Sie lautete: „Auch dies geht vorüber!“

    Panta Rhei, life is a river, ever changing sign of the time
    Let the sadness go, let the river flow

    Die Zeit ist wie ein Fluss, sie lässt sich nicht aufhalten. Lass die Trauer mitfließen und erfreue Dich am Sein.

    The river's flowing to the sea
    So many things are going away but so many new ones
    are coming to me
    The tide is flowing, is getting high
    All of the signs are indicating that the time
    is getting nigh
    I read the old books here's what they'd say: Panta Rhei

    So wie der Fluss sich im Meer „auflöst“, vergeht die Zeit, vereinigt sich mit dem Universum.
    Dinge gehen, um Neuem Platz zu machen. Das Ich sucht weiter in alten Bücher nach Antworten.
    Und diese sagen wiederum: „Alles fließt“.

    Panta Rhei, life is a river ever changing sign of the time
    Let the sadness go, let the river flow
    Panta Rhei, tell all the people, say it softly, heal my soul
    Life is silent songs, life is rock'n'roll

    Das Leben ist ein Auf und Ab, mal ruhiges Lied, mal heftiger Rock'n'Roll.
    Das „Pagan Piper Project“ gelangt durch die Betrachtung der Lehre des Heraklit zu einem klaren Resümee: Lebe das Leben, wie es kommt.

    Bilder und Links

    Heimatseite des Pagan Piper Projects

     

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    Letzte Änderung: 26. Jan 17
    Ydalir Ullrsson

    Martin Hallerbach MSc alias Ydalir Ullrsson (im allgemeinen einfach Ydalir) hat die Ausbildung zum Geistheiler bei Jürgen Bongardt im Institut für spirituelle Heilkunst in Rheinbach durchlaufen.
    Seine große Liebe zur Natur, das Verständnis von der Verbundenheit mit ihr und allen Wesen, sowie seine spezielle Form der Spiritualität fließen in Ydalirs Seminare und persönlichen Begleitungen mit ein.
    Seit 2002 erforscht er die Runen, 2003 entdeckte er das Bogenschießen für sich. Es bedeutet Meditation, Selbstversenkung und körperliche, sowie seelische Entspannung für ihn.
    Anfang 2015 gründete Ydalir Das Seminarzentrum Terra Silva aus dem Gedanken heraus, hier einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich begegnen können. Um hier Neues zu lernen, sich austauschen oder einfach nur die Seele baumeln lassen.
    Sein Beruf als Technischer Redakteur bringt ihn auch der journalistischen Arbeit nahe.

    Webseite: https://www.facebook.com/ydalir.ullrsson

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